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Torres del Paine

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Von Puerto Natales brechen wir mit dem Bus auf in den Nationalpark Torres del Paine. Die Fahrt führt, wie die Anreise nach Puerto Natales vorbei an der Grenze zu Argentinien und dauert etwa 2 Stunden. Am Eingang des Nationalparks müssen alle Passagiere den Bus verlassen und sich im Nationalpark anmelden, den Eintritt von 18000 CLP bezahlen. Anschließend gibt es einen kurzen Videofilm, der über die Regeln im Park informiert …

Im Nationalpark Torres del Paine gibt es weit über 100 km Wanderwege. Die mit Abstand beliebteste Route ist das W, gefolgt vom O.

Torres del Paine – Wanderroute W

Das W wird von den meisten Besuchern wie folgt gewandert: Von Paine Grande zum Grey Gletscher. Am Grey Gletscher verbringt man die erste Nacht. Am nächsten Tag wandert man ohne Gepäck zum Paso John, genießt den Ausblick und wandert anschließend zurück nach Paine Grande, wo man die zweite Nacht verbringt. Von dort geht es weiter in Richtung Frances Valley und zu einem der dortigen Camps. Nach der dritten Nacht geht es weiter nach Las Torres oder zum Chileno Camp, dort verbringt man die vierte Nacht und wandert am nächsten Tag zum Base de las Torres Lookout. Wer möchte, verbringt anschließend die Nacht noch in Las Torres – alle anderen nehmen den letzten Bus gegen 18 Uhr zurück nach Puerto Natales.

Da wir uns „spontan“ (4 Tage vorher) für die Wanderung im Torres del Paine entschieden haben und keine Campingausrüstung hatten (und uns auch keine leihen wollten), konnten wir nur noch 2 Übernachtungen in den Hütten buchen. Der Nationalpark Torres del Paine ist sehr beliebt und gehört zu den Hauptattraktionen in Patagonien/Chile. Die meisten unserer Mitwanderer hatten ihre Hütten schon Wochen bis Monate vorher gebucht.
Nach ein bisschen Rechnerei wurde aber klar, dass wir mit einer schlauen Buchung das W auch in 3 Tagen fast komplett wandern können.

Während die meisten Reisenden vom Nationalparkeingang mit dem Bus weiter in Richtung Pudeto zum Anleger der Fähre nach Paine Grande fahren oder zum Hauptquartier der Nationalpark Verwaltung, um von dort in den Park zu wandern, fuhren wir mit einem kleinen Shuttlebus zum Las Torres Shelter / Hotel. Dort minimierten wir unseren gemeinsamen 40 Liter Rucksack auf 2 Pullover und 2 kleine Flaschen Wasser und wanderten zum Base de las Torres Lookout / dem Torres Gletscher und zurück.

Torres del Paine

2 kleine 500 ml Flaschen Wasser reichen wirklich völlig aus, denn kühlen Nachschub in bester Trinkwasserqualität gibt es in jedem kleinen Bach – einfach toll. Die erste Nacht verbrachten wir im Las Torres Shelter.
Am nächsten Morgen ging es entlang des wunderschönen Sees Nordenskjöld zum Frances Camp. Ich entschuldige mich auf diesem Wege schon mal für die vielen Fotos vom See, aber das Licht und die Spiegelungen waren so unglaublich, dass ich einfach nicht nicht fotografieren konnte.

Nordernskjoeld-Lake-4

Um 13 Uhr checkten wir am Frances Camp ein, reduzierten unser Gepäck wieder auf 2 Wasserflaschen und Pullover und brachen auf ins Francés Valley. Der Weg lässt sich anfangs sehr gut und schnell gehen, wird aber hinter dem Italiano Camp steiler. Hinter dem Frances Lookout lässt sich der Weg eine Zeit wieder relativ schnell gehen wird um dann wieder steil und felsig zu werden. Als wir am Británico Lookout ankamen, war der Himmel leider etwas zugezogen, der Blick in „diese Arena“ voller Zwei- und Dreitausender war trotzdem unglaublich.

Blick vom Britanico Lookout-7

Der Rückweg aus dem Valley ging sich überraschend schnell, so dass wir trotz langer Pause am Británico Lookout schon um 18:15 Uhr wieder am Francés Camp waren. Mehr als pünktlich zum Duschen und Abendessen um 19 Uhr. Die Nacht in den Domos (Holzgebäude mit Zeltdach) war sehr angenehm. In unserem 8 Personen Domo waren nur noch 2 andere Wanderer untergebracht und ich habe ruhiger geschlafen als in vielen Doppelzimmer während unserer Reise.

Am nächsten Morgen gucke ich passend zum Sonnenaufgang aus dem Fenster:

Sonnenaufgang - Domos Frances

So sollte jeder Tag beginnen oder?

Vor uns lag allerdings die Abschlussetappe via Paine Grande zum Grey Lookout. Etwas übermotiviert hatten wir die Idee, um 8 Uhr nach dem Frühstück zu starten, bis Paine Grande zu wandern, dort den Rucksack an der Ranger Station zu deponieren und mit leichtem Gepäck zum Grey Lookout zu „sprinten“, um dann um 12.30 Uhr die Fähre von Paine Grande nach Pudeto zu nehmen. Schon beim Frühstück scheiterte unsere Zeitplan, die zwei netten Amerikaner vom Vorabend saßen wieder bei uns am Tisch und unser Gespräch über Reisen, die USA, Trump und Gesundheitssysteme war einfach zu spannend um es abzubrechen.

Um 8:20 Uhr brachen wir schließlich bei blauem Himmel auf, der Weg entlang des Sköttsberg Sees lässt sich gut und schnell wandern und so erreichten wir gegen 10.30 Uhr Paine Grande. Dort konnten wir den Rucksack aber leider nicht abstellen und so ging es mit „vollem Gepäck“ weiter Richtung Grey Lookout – die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und es kam, wie es kommen musste, es wurde 11:15 und der Grey Lookout war nicht in Sicht. Nach kurzer Überlegung haben wir uns dann für den Grey Lookout und die spätere Fähre entschieden. Der Blick war es Wert!

Grey Lookout

Die Fährfahrt am Ende war der krönende Abschluss unserer Zeit im Torres del Paine.

Lake-Pehoe-von-der-Faehre-4
Für alle Nachahmer die folgende Warnung: Wir sind nur mit sehr leichtem Gepäck gewandert, zu zweit ein 40 l Rucksack (Zahnbürsten, Deo, Duschzeug, Sonnencreme, Fleecepullover, Regenjacken, ein Set Wechsel-Kleidung (für abends, nachts oder zum Wechseln falls es regnet), Müsliriegel und zwei kleine 500-750 ml Wasserflaschen). Zudem sind wir relativ fit und haben Spaß daran, sportlich/schnell die Berge hochzuwandern. Wir haben viele Leute mit riesigen Backpacks samt Zelt, Schlafsack und Kochausrüstung gesehen und ehrlich, ich wollte nicht tauschen. Die Anstiege sind zum Teil hart, immer wieder muss man über Felsen „klettern“… Also minimiert euer Gepäck auf das Wichtigste und lagert den Rest in eurem Hostel in Puerto Natales ein. Fast alle Hostels bieten diesen Service kostenlos an – wir haben dies zur Sicherheit bereits vor der Buchung geklärt.

Alle Bilder aus dem Torres del Paine Nationalpark findet Ihr hier.

2 Comments

  • Ulli sagt:

    Sehr schöner Bericht, aber du hast gar nichts von einem erfrischenden Bad in den glasklaren Seen geschrieben!
    LG Ulli

  • Peer sagt:

    Hallo Ulli, leider gibt es im Torres del Paine ein sehr strenges Badeverbot – wenn dich ein Ranger erwischt droht dir der sofortige Verweis! Wir waren immerhin bis zu den Knien drin.

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